Die Görzer

  • Haus Görz
  • süddeutsches Herrschergeschlecht des 12. bis 14. Jahrhunderts
  • House of Goerz
  • South German sovereign lineage from the 12th to the 14th century

 

Wappen – Coats of Arms:

Wappen der Grafen von Görz
– coat of arms of the Counts of Goerz

 

Bedeutung/Ursprung des Wappens: Meaning/Origin of the Coat of Arms:
Die Herkunft des Wappens des Hauses Görz ist weitgehend unbekannt aber in dieser Form schon seit dem Jahr 1304 überliefert. Einzig die Anzahl der in Silber und Rot gegengeschrägten Balken variiert während der Jahrhunderte zwischen vier und acht (zuletzt fünf). Auf jeden Fall ist der goldene Löwe auf blauem Grund das eigentliche Wappen der im Jahr 1500 ausgestorbenen Grafen aus dem Geschlecht der Görzer Meinhardiner, die auch zeitweise Grafen von Tirol waren und als die eigentlichen Gründerväter dieses Landes gelten. Noch heute führen zahlreiche Tiroler Gemeinden (Nord und Süd) diesen Löwen im Wappen unter direkter Bezugnahme auf die Grafen von Görz. Insofern könnten natürlich die rot-silbernen Balken auch auf die Tiroler Landesfarben hinweisen. The origin of the coat of arms of the House of Goerz is appreciably unknown but traditional in this pattern already since the year 1304. Only the number of the in silver and red diagonally placed bars changed during the centuries between four and eight (finally five).
Indeed the golden lion on blue ground is the really coat of arms of the in the year 1500 vanished counts from the House of the Goerz Meinhardins, who were in passing even the Counts of Tyrolia and they are seen as the real paters of that country. Until nowadays use many Tyrolian municipalities (in north and south) that lion in the coat of arms under direct reference to the Counts of Goerz. In that could of course hint the red-silvery bars to the colours of the Country of Tyrolia.
hoch/up

 

Geschichte des Hauses History of the House
Das Land Tirol bildete schon im frühen und hohen Mittelalter ein wichtiges Passland mit den niedrigsten Alpenübergängen überhaupt. Die Herrschaftszentren wurden zunächst von zwei Bischofssitzen gebildet, die heute außerhalb Österreichs liegen: Brixen und Trient. Den Bischöfen von Trient und Brixen unterstanden als halbfreie Dienstmannen (Ministerialen) zahlreiche niedere Adelige, die mit ihren zahlreichen Burgen noch heute das Landschaftsbild vor allem in Südtirol prägen.
Eines dieser Adelsgeschlechter waren die Grafen von Tirol, benannt nach Schloss Tirol am Rande der Stadt Meran. Sie stiegen als Vögte, die für die Bischöfe von Trient die Blutgerichtsbarkeit ausübten, rasch auf und übernahmen im 12. Jahrhundert schließlich weitgehend die weltliche Macht. Dieser Umstand lässt sich auch daran ablesen, dass der Name ihres Stammsitzes schließlich auf das ganze Land übertragen wurde.
The Country of Tyrolia was already in the early and later middle ages an important mountain pass area with the lowermost crossings over the Alpen Mountains (Alps). The centers of power were initially two seats of bishops which are today situated outside of Austria: Brixen (Bressanone) and Trient (Trento). The bishops of Trient and Brixen were the sovereigns of many semi-free compulsory henchmen (Ministerials) and base noblemen which styled until today the scenery with their numerous castles mostly in Southern Tyrolia. One of that noblemen families were the Counts of Tyrolia named by the Chateau of Tyrolia near the Town of Merano. They speedy ascended as bailiffs which exercised the judiicial power for the Bishops of Trient and took over finally and appreciably in the 12th century the secular power. That fact is also to comprehend by seeing that the name of the ancestral mension was finally transfered over the whole country.
Zwischen 1253 und 1258 übernahmen die Grafen von Görz die Macht in Tirol, nachdem die Grafen von Tirol im Mannesstamm ausgestorben waren. Graf Meinhard III. von Görz war mit Adelheid von Tirol verheiratet und konnte so seine Erbansprüche geltend machen. Sein Sohn und Nachfolger, Graf Meinhard II. von Tirol (als Graf von Görz Meinhard IV., ab 1286 als Herzog von Kärnten Meinhard I.) baute die Herrschaft nicht nur aus, sondern konnte auch den Aufbau zu einem einigermaßen homogenen Land vorantreiben, nicht zuletzt durch den Aufbau einer für damalige Verhältnisse mustergültigen Verwaltung. Dennoch waren die drei Herrschaftskomplexe (Görz, Kärnten und Tirol) für einen einzigen Herrscher zu groß und vor allem zu weit auseinanderliegend, so dass es 1267/71 zur Teilung kam. Die so genannten Görzer Meinhardiner behielten bis zu ihrem Aussterben im Jahr 1500 den Stammsitz Görz, während die Tiroler Meinhardiner bis zu ihrem Aussterben im Mannesstamm über Tirol und Kärnten regierten. Between 1253 and 1258 the Counts of Goerz assumed the power in Tyrolia after the Counts of Tyrolia vanished in the virile succession. Count Meinhard III. of Goerz was merried with Adelheid of Tyrolia and could in this way demand his inheritance-claims.

His son and successor Count Meinhard II. of Tyrolia (as Count of Goerz Meinhard IV., as Duke of Carinthia since 1286 Meinhard I.) build up not only his rule, but could also urge on the building of a passably homogeneous country not only by the erection of a for then circumstances really exemplary administration. Anyhow the three areas of reign were to large for only one sovereign and primary to much distant, so was initiated a sharing out in 1267/71.

The so named Goerz Meinhardins maintained until their vanish in the year 1500 the ancestral mension in Goerz and the Tyrolian Meinhardins ruled to their vanish in the virile succession over Tyrolia and Carinthia.
Im Jahre 1335 konnten die Habsburger die Grafen von Görz in Kärnten und Krain beerben und 1363 trat Gräfin Margarete Maultasch (aus dem Hause Görz, sie war zeitweise mit einem Wittelsbacher verheiratet, den sie jedoch später vertrieb) Tirol an Herzog Rudolf IV. ab, nachdem im gleichen Jahr ihr einziger Sohn Meinhard gestorben war.

Die Grafen von Görz waren außerdem noch Vögte von Aquileja. Sie spielen auch in der Numismatik eine Rolle und zwar als Herausgeber der ersten deutschen Goldmünze, des "Zwainzigers". Der berühmte Diplomat und Minnesänger Oswald von Wolkenstein stand ebenfalls in Diensten der Görzer Grafen.
In the year 1335 the House of Habsburg earned the legacy of the Counts of Goerz in Carinthia and Krain, and in 1363 ceded Countess Margarete Maultasch the Country of Tyrolia to the Duke Rudolph IV. after her only son Meinhard died in the same year. Countess Margarete Maultasch descended from the House of Goerz, but she was momentary married with an husband from the House of Wittelsbach but banished him later. The Counts of Goerz were moreover the Bailiffs of Aquileja. They are famous in numismatics as publishers of the first German golden coin, the "Zwainziger". The renowned diplomat and minnesinger Oswald of Wolkenstein was a subordinate of the Counts of Goerz.
Ronald Preuß
hoch/up

 

 

Zur Startseite hier klicken