Ingermanland

  • Gebiet mit besonderer kultureller Identität  in Russland
  • Eigenbezeichnung: Inkeri
  • region with a special cultural identity within Russia
  • self-designation: Inkeri
Übersicht – Contents:

 

Flagge – flag:

Flagge Ingermanlands

Nationalflagge – national flag

Quelle/Source: UNPO


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Bedeutung/Ursprung der Flagge: meaning/origin of the flag:
Die Flagge Ingermanlands erinnert stark an die schwedische Flagge, da es bis 1719/1720 zu Schweden gehörte, und unter der schwedischen Herrschaft von Finnen besiedelt wurde. Zur Betonung der finnischen Identität der Bewohner Ingermanlands wurden schmale rote Trennstreifen eingefügt. Rot ist die Wappen- und Nationalfarbe von Finnland. The flag of Ingermanland remembers powerfully the swedish flag, seeing that it belongs till the years 1719/1720 to Sweden, and was settled under the swedish reign by Fins.
To accent the finnish identity of the inhabitants of Ingermanland were inserted narrow red separating stripes. Red is the scutcheon colour and the national colour of Finland.
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Zahlen und Fakten – Numbers and Facts:
  • Fläche:
    15.000 km²
  • area:
    5 792 square miles
  • Einwohner:
    ca. 6 000 000
    davon
    90 000 Finnen
  • inhabitants:
    ca. 6 000 000
    thereof
    90 000 Fins
  • Bevölkerungsdichte:
    400 Ew./km²
  • density of population:
    1 036 inh./sq.mi.
  • Hauptstadt:
    wichtigste Stadt heute,
    Sankt Petersburg
    5 100 000 Ew.
  • capital:
    today's importantst town,
    Sankt Petersburg
    5 100 000 inh.
  • Amtssprache:
    Russisch
  • official language:
    Russisch
  • sonstige Sprachen:
    Finnisch
  • other languages:
    Finnish
  • Währung:
    russische Währung
  • Currency:
    russian currency
  • Zeitzone:
    MEZ + 2 h
  • time zone:
    MEZ + 2 h
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ergänzende Informationen:
Allgemeines: Ingermanland – Ingrien, Inkeri, historische Landschaft im Nordwesten Russlands, südlich des Finnischen Meerbusens und des Ladogasees und an beiden Ufern der Newa. Im Westen grenzt Ingermanland an Estland und im Süden und Osten entlang der Flüsse Luga, Oredesch, Tosna, Mga und Lovat. Die Fläche beträgt etwa 15.000 km²;

Bevölkerung: 6 Millionen Einwohner, davon allein in St. Petersburg ca. 5 Millionen, überwiegend Russen. Die Zahl der ingerischen Finnen (Ingerier), des historisch staatstragenden Volkes, beträgt 90.000, die meist in St. Petersburg und Umgebung leben. Viele leben auch in Karelien, in zentralen Regionen Russlands, in Zentralasien, in Finnland, Estland, Schweden, Kanada, in den USA und Australien.

Sprache: Die ingerischen Finnen gehören zu den finno-ugrischen Völkern. Ihre Literatursprache ist Finnisch, wird beim Sprechen jedoch mit lokalen Dialekten vermischt. Bis 1995 wurde Finnisch nicht an Schulen unterrichtet, die Amtssprache war und ist Russisch.

Organisation: Die ingerischen Finnen werden in der UNPO durch die Inkeri Liitto vertreten. Ihr Ziel ist die Erhaltung der ingerischen Finnen als ein Volk.

Wirtschaft: Traditionelle Formen der Landwirtschaft sind teilweise gut erhalten, wenngleich die meisten ingerischen Finnen in den Industriebetrieben von St. Petersburg und seiner Umgebung oder in der Forstwirtschaft arbeiten.

Geschichte: Im 17. Jahrhundert kam Ingermanland unter Schwedische Herrschaft, finnische Bauern wanderten ein. 1702 erwarb der russische Zar Peter der Große einen Zugang zur baltischen See und gründete dort, in Ingermanland, die neue Hauptstadt seines Reiches - Sankt Petersburg. 1700 bis 1721 Nordischer Krieg, um die Herrschaft in der Ostsee und ihren Randländern in Nord- und Osteuropa geführter Krieg, in dem Dänemark, Sachsen, Polen und Russland, seit 1713 auch Preußen und Hannover gegen Schweden kämpften. Karl XII. von Schweden unterlag 1709 Peter dem Großen bei Poltawa. Die wichtigsten Ergebnisse der Friedensschlüsse von Stockholm (1719/20), Frederiksborg (1720) und Nystad (1721): Hannover erhielt Bremen und Verden; Preußen gewann Vorpommern mit Stettin, Usedom und Wollin; an Russland fielen Livland, Estland, Ösel, Ingermanland und ein Teil Kareliens; Schweden mußte seinen alten Gottorfer Bundesgenossen (Nebenlinie des oldenburgisch-dänischen Königshauses) fallenlassen und trat seine beherrschende Stellung im Ostseeraum an das aufstrebende Rußland ab. 1920 wurde Ingermanland im Friedensvertrag von Tartu als Bestandteil Sowjetrusslands anerkannt. 1929 bis 1936 wurde die Mehrheit der ingerischen Finnen nach Sibirien, Zentralasien und auf die Halbinsel Kola deportiert. Die auf dies Art frei gewordenen Siedlungsräume wurden durch Neusiedler aus Russland besiedelt. 1943 wurde die ingerische Bevölkerung aus den Teilen Ingermanlands, die von der deutschen Wehrmacht bestzt waren, nach Finnland evakuiert. 1988 wurde die Organisation der ingerischen Finnen gegründet. Sie heißt Inkeri Liitto und wurde 1992 in die UNPO aufgenommen. 1993 wurden die Ingerier durch die russische Regierung rehabilitiert, erhielten jedoch nicht das Recht in ihre Heimat zurückzukehren. 1995 wurden 3 Altersheime eröffnet, die von der Inkeri Liitto unter Mithilfe der finnischen Regierung und sozialer Organisationen gebaut wurden. Die erste finnische Schule wurde inzwischen in St. Petersburg eröffnet. Die russische Politik verletzt aber weiterhin die Rechte der Ingerier. Sie werden weder als ethnische Minderheit, noch als einheimische Bevölkerung anerkannt. Die örtlichen Organe haben keinerlei Entscheidung hinsichtlich des national-kulturellen Status der Ingerier getroffen. Es ist bisher auch keinerlei Verbesserung im Kampf der Ingerier für ihre Selbstbestimmung erreicht worden. Es ist schwer eine starke Stimme gegen die russischen Autoritäten zu erheben.

Textquelle: UNPO

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