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Deutscher Bund

 

Übersicht

Der Deutsche Bund

Flaggen

Bedeutung/Ursprung der Flagge

Wappen

Bedeutung/Ursprung des Wappens

Die Kokarde

Mitgliedsstaaten des Deutschen Bundes

Der Bruderkrieg

Landkarte

Zahlen und Fakten

Geschichte

Ursprung des Landesnamens


Der Deutsche Bund

Der Deutscher Bund war ein 1815–1866 bestehender lockerer Staatenbund, der an die Stelle des 1806 aufgelösten Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation trat. Er kannte als gemeinsame heraldische Symbolik ausschließlich ein Wappen, und zwar den Reichsadler des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation. Ihm gehörten anfänglich 39 Einzelstaaten und Städte an, darunter Preußen und Österreich mit ihren Reichslanden, oder auch der König von England und Hannover. Gesetzgebendes Organ war die Bundesversammlung, auch Bundestag genannt. Es hatte seinen Sitz in Frankfurt/Main, und war einem gewissen Einfluss Österreichs unterworfen. Verfassungsänderungen waren nur bei Einstimmigkeit möglich. Das Bundesheer war uneinheitlich organisiert und bestand aus territorialen- und Landesverbänden. Reformen, vor allem im Sinne liberaler oder bürgerlicher Freiheiten scheiterten, vor allem am österreichischen Staatskanzler Metternich.

Ständige Unruhen erschütterten das Land, und gipfelten in der Revolution von 1848, welche den Deutschen Bund in einen nationalliberalen Bundesstaat verwandeln, und die Monarchien durch Verfassungen gebändigt sehen wollte. Nach anfänglichen Erfolgen (in Frankfurt wurde eine Nationalversammlung einberufen, eine Verfassung verabschiedet und eine gemeinsame Flagge angenommen) wurde die Revolution blutig unterdrückt. Der Deutsche Bund zerbrach schließlich nicht an revolutionären Wirren, sondern an dem immer stärker werdenden preußisch-österreichischen Zwiespalt. Preußen war eine aufstebende Macht geworden, welche die österreichisch-habsburgische Hegemonie im Deutschen Bund immer weniger bereit war zu akzeptieren. Preußen erstrebte eine "kleindeutsche" Lösung, um die deutschen Einzelstaaten in einem festen Bund zu einen, jedoch ohne Österreich, da Preußen die Vorherrschaft in diesem zukünftigen Staat anstelle Österreichs selbst ausüben wollte.

Quelle: Volker Preuß

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Flaggen

Flagge Fahne flag Deutscher Bund German Confederation
1848–1852,
Nationalflagge,
Quelle, nach: Die Welt der Flaggen




Flagge Fahne flag Deutscher Bund German Confederation Kriegsflagge war naval flag
1848–1852,
Marine- und Kriegsflagge,
Quelle, nach: Die Welt der Flaggen




Flagge Fahne flag Deutscher Bund German Confederation Gösch naval jack
1848–1852,
Gösch,
Quelle, nach: Jürgen Kaltschmitt




Flagge Fahne flag Deutscher Bund German Confederation Kommandowimpel masthead pennant
1848–1852,
Kommandowimpel,
Quelle, nach: Jürgen Kaltschmitt

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Bedeutung/Ursprung der Flagge

Der Deutsche Bund hatte keine Flagge. Nur im Jahre 1848 (dem Jahr der Revolution) und einige Zeit danach – bis 1852 – wurde eine Nationalflagge und eine Kriegsflagge in den Farben Schwarz, Rot und Gold verwendet. Grundlage hierfür war der "Bundesbeschluss über Wappen und Farben des Dt. Bundes" (← lesen Sie bitte hier)

Zur Entstehung und Ursprung der schwarz-rot-goldenen Flagge ← lesen Sie bitte hier

Nach dem Scheitern der Revolution wird die schwarz-rot-goldene Flagge am 11.05.1852 von den Schiffen der Reichsflotte eingeholt, und am 18.05.1852 vom Sitz der Nationalversammlung entfernt. Die Reichsflotte wird versteigert. Der preußische Gesandte Otto von Bismarck kann das ebenfalls geplante Versteigern der Kriegsflaggen der Reichsflotte verhindern. Er lässt die Flaggen in die Bundesfestung Mainz bringen, wo sie verwahrt wurden. Offenbar haben zumindest zwei der Kriegsflaggen der Reichsflotte von 1848 die Zeiten überlebt. Eine wird im Deutschen Historischen Museum unter der Inventar-Nr. Fa 77/64 geführt, die andere befindet sich im Armeemuseum in Dresden.

Quelle: Jürgen Kaltschmitt, mhoefert.blogspot.com

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Wappen


Wappen coat of arms Deutscher Bund German Confederation
Das Wappen des Deutschen Bundes

Wappen coat of arms Deutscher Bund German Confederation
Das Wappen des Deutschen Bundes gemäß Bundesbeschluss von 1849

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Bedeutung/Ursprung des Wappens

Das Wappen des Deutschen Bundes geht auf das Wappen des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation (1. Reich) zurück. Es hat seine Wurzeln in den Feldzeichen der römischen Legionen. Diese bestanden aus einer senkrechten Tragestange, an dessen oberen Ende eine Querstange befestigt war. Auf dieser Querstange saß ein Adler. Das Wappen des Heiligen Römischen Reiches zeigte einen schwarzen Adler in goldenem Feld. Aus diesem Wappen leiteten sich die Reichsfahne und die Reichsfarben Schwarz und Gold ab.

Zur Entstehung und Ursprung der Farbe Rot im Reichsadler ← lesen Sie bitte hier

"Bundesbeschluss über Wappen und Farben des Dt. Bundes" ← lesen Sie bitte hier

Quelle: Volker Preuß, Jürgen Kaltschmitt

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Lesen Sie hier:
Hintergründe, Geschichte und Fakten zum Thema "Der Adler in der Heraldik"; Ausführungen, Varianten und Entwicklung.

Adler, Wappen, Heraldik

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Kokarde


Kokarde cockade Deutscher Bund German Confederation
1849-1852, Kokarde Deutscher Bund


Kokarde cockade Deutscher Bund German Confederation
1849-1852, Kokarde Deutscher Bund, nur für die Habsburgischen Lande


Zwischen 1849 und 1852 wurden einheitliche schwarz-rot-goldene Kokarden im Deutschen Bund eingeführt, die an der echten Seite des Helmes zu tragen waren. Links wurden weiterhin die entsprechenden Landesfarben verwendet (z.B. Bayern, Sachsen). Für die Gebiete der Habsburger (Österreich) galt eine Ausnahme. Die schon vorhandenen schwarz-gelben Kokarden wurden durch eine rote Umrandung ergänzt. In der kurzen Zeit, in der diese Kokarden verwended wurden, war es jedoch nicht möglich alle Truppenteile auszustatten.

Quelle: Jürgen Kaltschmitt

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Lesen Sie hier:
Hintergründe, Geschichte und Fakten zum Thema "Kokarden".

Kokarde cockade
  Kokarde

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Mitgliedsstaaten des Deutschen Bundes

Der Deutsche Bund umfasste etwa 630.000 km² mit ca. 29 Millionen Einwohnern. Gründungsmitglieder Deutschen Bundes waren:

Kaiserreich Österreich

Königreich Preußen

Königreich Bayern

Königreich Sachsen

Königreich Hannover (in Personalunion mit Großbritannien)

Königreich Württemberg

Kurfürstentum Hessen (Hessen-Kassel)

Großherzogtum Baden

Großherzogtum Hessen (Hessen-Darmstadt)

Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin

Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz

Großherzogtum Oldenburg

Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach

Großherzogtum Luxemburg (in Personalunion mit den Niederlanden)

• Herzogtümer Holstein und Lauenburg (in Personalunion mit Dänemark)

Herzogtum Nassau

Herzogtum Braunschweig

Herzogtum Sachsen-Gotha-Altenburg

Herzogtum Sachsen-Coburg-Saalfeld

Herzogtum Sachsen-Meiningen

Herzogtum Sachsen-Hildburghausen

Herzogtum Anhalt-Dessau

Herzogtum Anhalt-Köthen

Herzogtum Anhalt-Bernburg

Landgrafschaft Hessen-Homburg

Fürstentum Waldeck

Fürstentum Lippe (-Detmold)

Fürstentum Schaumburg-Lippe

Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt

Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen

Fürstentum Reuß ältere Linie

Fürstentum Reuß jüngere Linie

Fürstentum Hohenzollern-Hechingen

Fürstentum Hohenzollern-Sigmaringen

Fürstentum Liechtenstein

Freie und Hansestadt Lübeck

Freie Hansestadt Bremen

Freie und Hansestadt Hamburg

Freie Stadt Frankfurt

1825 stirbt die Linie Sachsen-Gotha-Altenburg aus. Durch einen vom sächsischen König Friedrich August I. gefällten Schiedsspruch werden im Jahre 1826 die sächsischen Herzogtümer in Thüringen territorial neu geordnet: Die Linie Sachsen-Hildburghausen verzichtet auf ihr Land und übernimmt Sachsen-Altenburg. Sachsen-Coburg-Saalfeld verzichtet auf Saalfeld. Die Gebiete Hildburghausen und Saalfeld kommen zu Sachsen-Meiningen. Das Gebiet Gotha kommt zu Sachsen-Coburg. Es entsteht das Herzogtum Sachsen-Coburg-Gotha.

Im Jahr 1847 stirbt das Haus Anhalt-Köthen aus. Das Gebiet Köthen wird darauf hin gemeinsam von Anhalt-Bernburg und Anhalt-Dessau verwaltet. Im Jahr 1863 stirbt das Haus Anhalt-Bernburg aus. Anhalt-Dessau regiert nun das gesamte Herzogtum Anhalt.

In den reussischen Landen existieren 1815 zunächst zwei Linien des Hauses Reuß jüngere Linie (Reuß-Ebersdorf und Reuß-Schleiz) und eine Linie des Hauses Reuß ältere Linie (Reuß-Greiz). Die mittlere Linie war schon 1616 ausgestorben. Im Jahre 1848 verzichtet Reuß-Ebersdorf zugunsten von Reuß-Schleiz. Die Lande der jüngeren Linie werden als Reuß-Gera zusammengefasst.

Im Jahre 1849 verzichteten die Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen und Hohenzollern-Hechingen zugunsten Preußens auf ihre Souveränität – ihre Länder wurden ein preußischer Regierungsbezirk.

Quelle: Volker Preuß

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Preußisch-Österreichischer Krieg, auch Deutscher Krieg oder Bruderkrieg

Das Ende des Deutschen Bundes war der sogenannte "Bruderkrieg" des Jahres 1866 der schließlich zwischen Preußen und seinen Verbündeten einerseits und dem Deutschen Bund, also Österreich und seinen Verbündeten andererseits ausbrach.


Auf Seiten Preußens standen:

Italien

Mecklenburg-Schwerin

Mecklenburg-Strelitz

Oldenburg

Braunschweig

Anhalt

Lippe-Detmold

Schaumburg-Lippe

Waldeck

Sachsen-Weimar-Eisenach

Sachsen-Coburg-Gotha

Sachsen-Altenburg

Schwarzburg-Rudolstadt

Schwarzburg-Sondershausen

Reuß jüngere Linie

Hamburg

Bremen

Lübeck


Auf Seiten des Deutschen Bundes standen:

Österreich

Bayern

Hannover

Sachsen

Württemberg

Baden

Kurhessen

Hessen-Darmstadt

Nassau

Sachsen-Meiningen

Luxemburg

Reuß ältere Linie

Frankfurt

Hessen-Homburg

Liechtenstein

Preußens Sieg brachte eine Neuordung der Machtverhältnisse. Einige der Verlierer des Krieges – Sachsen, Sachsen-Meiningen, Reuß ältere Linie sowie die nördliche Hälfte von Hessen-Darmstadt – mussten dem Norddeutschen Bund beitreten. Andere hatten weniger Glück und wurden als Staat aufgelöst und Preußen angeschlossen: Hannover, Kurhessen, Nassau, Frankfurt und Hessen-Homburg. Ihre volle Souveränität behielten lediglich Österreich, Bayern, Württemberg, Baden, Luxemburg und Liechtenstein.

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Landkarte


Quelle: Hand-Atlas für die Geschichte des Mittelalters und die neueren Zeit by Spruner and Menke

Die Landkarte zeigt den Deutschen Bund in etwa im Jahre 1847, in gelber Umrandung.

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Zahlen und Fakten

Fläche: 630.100 km² (1815)

Einwohner: 29.200.000 (1815)

Bevölkerungsdichte: 46 Ew./km² (1815)

Sitz der Bundesversammlung: Frankfurt

Amtssprache: Deutsch

Währung: Die Mitgliedsstaaten hatten ihre eigenen Währungen.

Quelle: Wikipedia (D)

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Geschichte

06.08.1806 · Kaiser Franz II. legt die Krone des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation nieder, das Reich endet, verbleibende oder nachfolgende Strukturen sind der Rheinbund, Preußen und Österreich

1813–1815 · Befreiungskriege gegen Napoléon (16.–18.10.1813 Niederlage Napoléons bei Leipzig)

1815 · Wiener Kongress, Neuordnung Europas nach der Ära Napoléon, die Besitzverhältnisse und die Raumordnung im ehemaligen Deutschen Reich werden wieder hergestellt, jedoch nicht die Souveränität der geistlichen Länder, deren Besitzungen werden alten oder neuen Fürstentümern übertragen oder angeschlossen, die 39 verbleibenden deutschen Staaten werden in einem lockeren Zusammenschluss, dem Deutschen Bund organisiert

1833/1834 · Gründung des Deutschen Zollvereins (de facto Deutschland ohne Österreich) unter Führung von Preußen

1848 · Bürgerliche Revolution, Wahl der Frankfurter Nationalversammlung

1849 · Niederschlagung des Maiaufstands, Restauration der vorrevolutionären Verhältnisse, viele Deutsche Verlassen Deutschland und wandern aus, vor alem in die USA

1864 · Deutsch-Dänischer Krieg, Dänemark tritt Schleswig ab

1866 · Preußisch-Österreichischer Krieg, auch Deutscher Krieg oder Bruderkrieg, Niederlage Österreichs und seiner Verbündeten gegen Preußen und seine Verbündeten, Preußen erwirbt Schleswig-Holstein, Hannover, Kurhessen und Nassau, zerschlägt den Deutschen Bund und betreibt die Gründung des Norddeutschen Bundes

Quelle: Wikipedia (D), Atlas zur Geschichte, Discovery '97, Volker Preuß

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Ursprung des Landesnamens

Deutschland ist das Land der Deutschen. Die Deutschen selbst sind keine gewachsene Nation im üblichen Sinne, sondern ursprünglich ein Zusammenschluss von germanischen Stämmen. Das Wort "deutsch" geht auf das alte Wort "teudisk" zurück, was mit "zum Stamme gehörig" zu übersetzen ist. Es wurde von den Stämmen verwendet, die "Theodisk" gesprochen haben, was auf den Stamm der Teutonen zurückgeht. Im Jahre 843 wurden die Teutonen erstmals als "Teutisci" bezeichnet. Über die Jahrhunderte wurde aus "teudisk" dann "tiutsch" und später dann "deutsch". Benachbarte Völker oder Stämme, die nicht "teudisk" waren, übernahmen dieses Wort für die Deutschen, so sagen die Italiener: "Tedeschi", die germanischen Skandinavier: "Tysk", die Holländer: "Duitse". Andere nannten die Deutschen einfach Germanen, auch wenn sie selber welche waren und sind, so die Engländer: "Germans", aber auch andere Völker verfuhren so, z.B. die Griechen: "Germanoi", oder die Rumänen: "Germani". Andere Nachbarn übertrugen den Namen des Stammes, mit dem sie es an ihrer Grenze zu tun hatten, auf alle Stämme des Landes, so die Franzosen: "Allemand", was auf den Stamm der Alemannen zurückgeht, und international weite Verbreitung gefunden hat. Die Finnen nennen die Deutschen "Saksa", was auf den Stamm der Sachsen zurückgeht. Die Russen nennen Deutschland "Germania", aber die Bewohner und ihre Sprache "Nemjetski", was sich entfernt mit "die Stummen" übersetzen lässt, weil es den Deutschen in Russland einst verboten war ihre eigene Sprache zu sprechen. Auch dieses "Nemjetski" hat Verbreitung gefunden, so in allen slawischen Sprachen und auch im Ungarischen als "Nemat".

Quelle: Handbuch der geographischen Namen, Volker Preuß

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