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Kurdistan

 

Übersicht

Flagge

Bedeutung/Ursprung der Flagge

Landkarten

Zahlen und Fakten

Geschichte

Ursprung des Landesnamens

Kurdische Staaten in der Geschichte
–  Königreich Kurdistan (1922–1924)
–  Republik Ararat (1927–1931)
–  Rotes Kurdistan (1923–1929)
–  Republik Mahabad (1946)
–  Republik Lachin [Laçîn] (1992)

Rojava

Flaggen der Jesiden

Flaggen der PKK

Flagge der Meder



Flagge

Flagge Fahne flag Kurdistan Kurden Kurds
Nationalflagge



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Bedeutung/Ursprung der Flagge

Die Flagge Kurdistans besteht schon sehr lange. Sie geht auf den laut dem Versailler Diktat vom 28.06.1919 und auf den laut dem Vertrag von Sèvres vom 10.08.1920 zu bildenden Kurdenstaat zurück, der jedoch nie existierte. Zur Erklärung der Flagge gibt es diverse Theorien:

1.) Die Farbenkombination der Kurdischen Farben Rot, Weiß und Grün ist sehr alt und geht auf die Zeit der Meder zurück, also auf das 6. und 5. Jahrhundert v.Chr. Rot steht für das Leben, Grün für die Erde. Der weiße Streifen gehört der Sonne, die mit 21 Stahlen über dem Horizont aufgeht. Das Sonnensymbol geht auf die mithraistische Religion zurück (Mithras-Kult) und die Zahl 21 hat noch heute eine mythisch/mystische Bedeutung bei den Ezidi-Kurden (Jesiden). Siehe auch: Flagge der Meder. Die Perser haben die Farbenkombination später übernommen, jedoch in umgekehrter Reihenfolge, Grün als Farbe des Islam erscheint ganz oben.

2.) Eine weitere Erklärung nennt Rot als Nationalfarbe der Kurden, und sieht Grün als Farbe des Islam. Die Strahlen der Sonne sollen für die einzelnen Kurdenstämme stehen. Dazu ist jedoch zu bemerken: Die Farbkombination ist älter als der Islam, und es gibt mehr als 200 Kurdenstämme.

Quelle: A. Zagros

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Landkarten

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Zahlen und Fakten

Fläche: ca. 400.000 km² (Kurdisches Siedlungsgebiet)

Einwohner: ca. 27.000.000 Kurden, davon ca. 12.000.000 in der Türkei, ca. 4.500.000 im Irak, ca. 9.000.000 im Iran, ca. 1.200.000 in Syrien, ca. 150.000 in Armenien und Aserbaidschan, ca. 600.000 in Europa im Exil

Hauptstadt: keine

Sprachen: sehr viele Dialekte in fünf großen Gruppen: Nordkurdisch, Mittelkurdisch, Südkurdisch, Zazaki und Gorani

Quelle: Wikipedia (D)

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Geschichte

426 v.Chr.–355 v.Chr. · der griechische Schriftsteller Xenophon erwähnt ein Volk der "Karduchi" (Kurden?)

114–117 · ganz Kurdistan gehört kurzzeitig zum Römischen Reich, weite Gebiete im Osten werden wieder aufgegeben

395 · bei der Teilung des Römischen Reiches kommt das westliche Kurdistan an das Oströmische Reich (Byzanz), das östliche Kurdistan kommt unter die Kontrolle der persischen Sassaniden

642 · ganz Kurdistan kommt zum Arabischen Kalifat

9. Jhd. · Kurdistan kommt unter die Kontrolle der Abbasiden

11. Jhd. · die Kurden bilden mehrere eigenständige Fürstentümer

1054–1067 · Eroberung durch die Seldschuken

1242 · Einfall der Mongolen, Kurdistan wird Teil des Reiches der Mongolen

1260 · Hülägü, ein Enkel Dschingis Khans, erklärt sich zum Ilchan und begründet das Hülägiden-Reich, welches das heutige Kurdistan, Georgien, Armenien, Aserbaidschan, Irak, Iran, Pakistan und Turkmenistan umfasst

16. Jhd. · Kurdistan kommt zum Osmanischen Reich

1914–1918 · Erster Weltkrieg, das Osmanische Reich und seine Verbündeten unterliegen der Entente

01.01.1920 · Inkrafttreten des Versailler Diktats, das Osmanische Reich wird bis auf einen Rumpfstaat aufgeteilt, dabei kommt das Kurdengebiet an fünf verschiedene Staaten

10.08.1920 · Vertrag von Sèvres, der Osmanische Rumpfstaat soll weitere Gebiete an Griechenland und Armenien abtreten, sowie einen unabhängigen Kurdenstaat aus seinem Territorium ausgliedern, der Vertrag wird nur teilweise umgesetzt und 1923 de facto aufgehoben

1925 · kurdischer Aufstand in der Türkei

1937 · kurdischer Aufstand in der Türkei

1946 · Proklamation einer "Kurdischen Republik" in Mahabad (Iran)

1947 · iranische Truppen beenden die "Kurdische Republik"

1958 · kurdischer Aufstand im Irak

1970–1974 · die Kurden erhalten im Irak einen halbautonomen Status

1974 · die irakische Baath-Partei ändert ihre Politik, und lässt die Kurden im Irak jetzt gezielt verfolgen

1975–1977 · kurdischer Aufstand im Irak

1978 · Gründung der PKK (Arbeiterpartei Kurdistans), Guerillakrieg gegen die Türkische Zentralregierung

1988 · der Irak geht massiv gegen die Kurden vor, Massenflucht

1991 · Zweiter Golfkrieg, kurdischer Aufstand im Irak, Niederschlagung durch irakische Truppen, die UNO richtet eine Schutzzone für die Kurden im Norden des Irak ein, in den drei irakischen Nordprovinzen entsteht de facto ein Kurdenstaat

1993 · Auseinandersetzungen zwischen den Kurden im nordirakischen Kurdenstaat

1995 · die Türkei marschiert vorübergehend im nordirakischen Kurdenstaat ein

März 2018 · die Türkei marschiert in den nordsyrischen Kurdenstaat Rojava ein und hält somit syrisches Gebiet dauerhaft besetzt

Quelle: Atlas zur Geschichte, Wikipedia (D), Die Völker der Erde, Discovery '97, Weltgeschichte

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Ursprung des Landesnamens

Die Bezeichnung "Kurdistan" bedeutet "Land der Kurden", und geht natürlich auf die Kurden selbst zurück. Die Kurden, die sich selbst "Kurdi" nennen, betrachten sich als Nachfahren der Meder. Über den Ursprung des Wortes gibt es sehr viele Theorien:

Bereits die Sumerer (ca. 2000 v.Chr.) bezeichneten ihre nördlichen Nachbarn in den Bergen des Zagros und Taurus als "kurd". "Kur" heißt auf sumerisch "Berg".

Die Kurdischen Sprachen gehören zum iranischen Sprachraum, so dass auch eine Deutung aus dem Iranischen möglich ist. In der neupersischen Sprache werden die Kurden als "kord" bezeichnet, was mit dem persischen Wort "gord" ("stark") in Beziehung stehen könnte.

Die Aramäer in Syrien nannten ihre Nachbarn im Nordosten "qurti", auch daher könnte die Bezeichnung stammen.

Die armenische Sprache kennt das "kardokh", und der griechische Schriftsteller Xenophon (426 v.Chr.–355 v.Chr.) erwähnt in seinen Werken ein Volk "Karduchi". Ob mit diesen Wörtern die Kurden gemeint waren ist unbekannt.

Angeblich soll der Name des Volkes auch auf die Stadt Gordion (Gordium) zurückgehen, die alte Hauptstadt der Phryger. Sie heißt heute Yassihüyük, und ist 90 km westlich von Ankara gelegen. Jedoch haben dort nie Kurden gelebt, und diese Theorie gilt als sehr unwahrscheinlich.

Quelle: A. Zagros

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Kurdische Staaten in der Geschichte:


Königreich Kurdistan

Flagge Fahne flag Kurdistan Königreich kingdom Kurden Kurds
Nationalflagge des Königreichs Kurdistan,
Quelle, nach: Wikipedia (D)



Das Königreich Kurdistan bestand zwischen 1922 und 1924 im Norden des Irak. Die Flagge zeigt die Kurdischen Farben Rot, Weiß und Grün, jedoch als grünes Grundtuch, und mittig darauf (vermutlich Symbol der Sonne) eine rote Scheibe, darin ein silberner Halbmond. Das grüne Tuch und der Halbmond sind Symbole des Islam.

Quelle: Wikipedia (DE)

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Republik Ararat

Flagge Fahne flag Kurdistan Kurden Kurds Republik Ararat Republic of Ararat
Nationalflagge der Republik Ararat,
Quelle, nach: World Statesmen



Die Republik Ararat bestand zwischen 1927 und 1931 im Nordosten der Türkei. Die Flagge zeigt die Kurdischen Farben Rot, Weiß und Grün, jedoch in umgekehrter Reihenfolge. Zentrales Element ist eine goldene Scheibe (vermutlich Symbol der Sonne), auf ihr die Konturen des Berges Ararat.

Quelle: Wikipedia (DE)

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Rotes Kurdistan

Flagge Fahne flag Red Kurdistan Kurden Kurds Rotes Kurdistan
Nationalflagge des Roten Kurdistan,
Quelle, nach: A. Zagros



Das Rote Kurdistan war ein zwischen 1923 und 1929 bestehendes autonomes sozialistisches Gebiet innerhalb der Sowjetrepublik Aserbaidschan, zwischen Armenien und Bergkarabach gelegen.

Quelle: Wikipedia (DE)

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Republik Mahabad

Flagge Fahne flag Kurdistan Kurden Kurds Republik Mahabad Republic of Mahabad
Nationalflagge der Republik Mahabad,
Quelle, nach: A. Zagros



Die Republik Mahabad bestand von Januar bis Dezember 1946 im Nordwesten des Iran. Sie entstand unter dem Schutz der Sowjetunion, so dass außer den Kurdischen Farben Rot, Weiß und Grün ein sozialistisch gestaltetes Wappen in der Mitte der Flagge erscheint. Zentrales Element ist eine Schreibfeder, Sinnbild für Kultur und Wissenschaft.

Quelle: Wikipedia (DE)

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Republik Lachin



Die Republik von Lachin (Laçîn) wurde 1992 proklamiert, und sollte wahrscheinlich die Tradition des zwischen 1923 und 1929 in der Region zwischen Armenien und Bergkarabach bestehenden Kurdischen Staates fortsetzen. Sie ging in den kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Armenien und Aserbaidschan unter, die Kurden sind geflohen oder wurden vertrieben.

Quelle: A. Zagros

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Andere Kurdische Flaggen


Rojava (Westkurdistan)

Rojava Kurden Kurds Kurdish region Westkurdistan
seit 17.03.2016
Flagge der Autonomen Kurdenregion Rojava in Nordsyrien,
Quelle, nach: commons.wikimedia.org



In dem seit 2011 anhaltenden Bürgerkrieg in Syrien gelang es kurdischen Milizen umfangreiche Gebiete im Norden Syriens zu besetzen. Man unterschied grob drei Landesteile: Afrin, Westkurdistan westlich des Euphrat (Manbij) und Westkurdistan östlich des Euphrat. Afrin wurde im März 2018 von türkischen Truppen besetzt.

Quelle: Wikipedia (DE)

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Flaggen der Jesiden

Flagge Fahne flag Kurdistan Kurden Jesiden Yeziden Yazidi Êzîdî Curds Yazidis
Flagge der Jesiden




Flagge Fahne flag Kurdistan Kurden Jesiden Yeziden Yazidi Êzîdî Curds Yazidis
Flagge der Jesiden




Flagge Fahne flag Kurdistan Kurden Jesiden Yeziden Yazidi Êzîdî Curds Yazidis
Flagge der Jesiden




Flagge Fahne flag Kurdistan Kurden Jesiden Yeziden Yazidi Êzîdî Curds Yazidis
Flagge der Jesiden



Die Jesiden (auch: Yeziden, Yazidi, kurdisch: Êzîdî) sind eine drei Jahrtausende alte Religionsgruppe und kurdische Volksgemeinschaft. Ursprünglich waren alle Kurden Jesiden. Jesiden missionieren nicht, als Jeside wird man geboren. Im vorderasiatischen Raum gibt es noch etwa 600.000 Jesiden. Da diese Religion, wie andere auch, ständigen Verfolgungen durch den Islam ausgesetzt ist, leben bereits 200.000 Jesiden außerhalb ihrer ursprünglichen Siedlungsgebiete, so in Europa und USA und Kanada. Manchmal werden die Jesiden als Teufelsanbeter bezeichnet. Das ist falsch. Die Jesiden dürfen den Namen des Bösen gar nicht aussprechen.

Die Farben der Jesiden sind Grün, Rot und Gelb, sofern sie sich selbst als Kurden definieren. An Feiertagen wird auch Kleidung in diesen Farben getragen, und sie werden natürlich auch auf der Flagge wiedergegeben. Nach alter Überlieferung sind es die Farben der Natur im Monat April, die aber auch folgendermaßen interpretiert werden: Grün steht für Glück und die Natur, Rot für das Blutopfer der im ständigen Überlebenskampf getöteten Jesiden, und Gelb steht für die Sonne. Das Emblem zeigt "Taus-i Melek", den König Pfau, den wichtigsten Engel, der zwischen Gott und den Jesiden vermittelt. Er ist von Keilschriftzeichen und religiös-magischen Symbolen umgeben, sowie einer kleinen Darstellung des Zentralheilgtums von Scheich Adi in Lalisch. Scheich Adi lebte im 12. Jahrhundert und reformierte den Glauben der Jesiden.

Viele Jesiden definieren sich nicht oder nicht mehr als Kurden. Von diesen werden gerne Flaggen mit den Farben Rot und Weiß verwendet mit einem goldenen Stern mit 24 Strahlen in der Mitte.

Quelle: Volker Preuß

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Flaggen der PKK

Flagge Fahne flag PKK
Flagge der PKK

Flagge Fahne flag PKK KKK
Flagge der KKK

Diese Flagge wird sehr oft für die Flagge Kurdistans gehalten. Es ist jedoch die Flagge der seit 1978 bestehenden linksnationalistischen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK = Partia Karkaren Kurdistan). Der Irrtum kommt wahrscheinlich daher, dass die Flagge im Zusammenhang mit kurdischen Aktivitäten sehr oft zu sehen ist. Die KKK wurde 2006 ins Leben gerufen und auch eine Flagge angenommen. Sie ist einfarbig grün und zeigt in der Mitte einen großen gelben Stern mit 24 Strahlen, die für die 24 Stämme der Kurden stehen, genau wie in der Nationalflagge Kurdistans.

Quelle: Volker Preuß

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imaginäre Flagge der Meder

Flagge Fahne flag Meder Medes
Die imaginäre Flagge der Meder

Die hier dargestellte Flagge der Meder ist imaginär, d.h. sie ist ein künstliches Gebilde neueren Ursprungs, die jedoch die Symbolik der Meder heraldisch vereint: die Farben Rot, Weiß und Grün, den Löwen und die Sonne. Die Sonne hat ihren Ursprung im Mithras-Kult, der Religion der Meder. Der Löwe stand für Kraft und Mut.

Quelle: A. Zagros

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