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Görz und Gradisca

 

Übersicht

Flagge

Bedeutung/Ursprung der Flagge

Wappen

Bedeutung/Ursprung des Wappens

Landkarte der Kronländer des Küstenlandes

Landkarte der früheren Kronländer Österreich-Ungarns (bis 1918)

Zahlen und Fakten

Geschichte

historische Landkarten

Ursprung des Landesnamens



Flagge

Flagge Fahne flag Landesflagge Landesfarben colours colors Gefürstete Grafschaft Princely County Görz Gorica Gorìzia Gurize Gradisca Görz und Gradisca Goerz und Gradisca Goerz et Gradisca Gradis Gradisch
Görz und Gradisca
1861–1919,
Landesflagge (Landesfarben),
Seitenverhältnis = 2:3,
Quelle, nach: Flags of the World




Flagge Fahne flag Landesflagge Landesfarben colours colors Gefürstete Grafschaft Princely County Görz Gorica Gorìzia Gurize Gradisca Görz und Gradisca Goerz und Gradisca Goerz et Gradisca Gradis Gradisch
Görz/Gorizia
Landesflagge (Landesfarben),
Seitenverhältnis = 2:3,
Quelle, nach: Flags of the World




Flagge Fahne flag Landesflagge Landesfarben colours colors Gefürstete Grafschaft Princely County Görz Gorica Gorìzia Gurize Gradisca Görz und Gradisca Goerz und Gradisca Goerz et Gradisca Gradis Gradisch
Gradisch/Gradisca
Landesflagge (Landesfarben),
Seitenverhältnis = 2:3,
Quelle, nach: Flags of the World



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Bedeutung/Ursprung der Flagge

Das Land hatte, wie alle Kronländer der österreichischen Krone, seine eigenen, sogenannten Landesfarben, die unter anderem auf horizontal getreiften zwei- oder dreistreifigen Flaggen gezeigt wurden. Die Landesfarben waren sehr oft dem jeweiligen Wappen des Kronlandes entnommen oder wurden duch eine weitere, nicht im Wappen enthaltene Farbe ergänzt, oder sie gingen auf ältere Modelle des Landeswappens zurück (z.B. Krain). Offiziell waren die Landesfarben aber nie geregelt oder festgelegt worden, so dass deren Reihenfolge in der Praxis of variierte oder die Farben gar an sich abwichen. Der österreichische Heraldiker Hugo Gerard Ströhl (1851–1919) hat sich wohl als erster des Themas angenommen und wahrscheinlich um das Jahr 1890 herum die Landesfarben auf den Flaggen bei den jeweiligen Landesbehörden abgefragt und zusammengestellt.

Das Kronland "Gefürstete Grafschaft Görz und Gradisca", welches 1861 geschaffen wurde, verwendete als Landesfarben eine Flagge die zwei horizontale Streifen in Weiß und Rot zeigte. Die Farben stammen vom Wappen Görz, welches unter anderem sechs Streifen in Weiß und Rot zeigte. Die Farben könnten aber auch eine Kompromisslösung sein, denn:
Von der alten Grafschaft Görz war Gradisca zwischen 1500 und 1516 abgetrennt, und dann noch mal zwischen 1647 und 1717. Zumindest im letzeren Fall war das mit einem eigenen Wappen verbunden, dass sich ähnlich bis in die heutige Zeit erhalten hat. In der Zeit der Habsburger Monarchie zeigte das Wappen ein in Gold und Blau geteiltes Schild und in der Mitte ein geschliffenes silbernes Ankerkreuz, also die Farben Gold, Blau und Silber. Diese Farben werden von einigen Quellen als Landesfarben von Gradisca genannt, jedoch nirgends verifiziert. In der Zeit der Habsburger Monarchie war das Wappen der Grafschaft Görz diagonal von links oben nach rechts unten geteilt, und zeigte oberhalb der Diagonale einen gekrönten goldenen Löwen auf Blau, und unterhalb sechs Streifen in Silber und Rot, also die Farben Silber, Rot und Blau. Diese Farben werden von einigen Quellen als Landesfarben von Görz genannt, jedoch nirgends verifiziert.

Die Farben von Görz und Gradisca sind dabei wohl weniger das Problem, eher der Umstand das beide Landesteile wahrscheinlich beide eigene Farben hatten. Hier gibt es sehr viele mögliche Farbkombinationen, alle auf die Farben der Wappen bezogen, die als Landesfarben für Landesteile angegeben werden. Angeommen es stimmt wirklich, dass Görz und auch Gradisca eigene Landesfarben gehabt hätten (eigentlich ein Prozess der in deutschen Binnenländern erst um 1830 abgeschlossen war), könnten die Farben Weiß und Rot für "Gefürstete Grafschaft Görz und Gradisca" einem Kompromiss darstellen, denn je eine der beiden Farben kommt im jeweiligen Wappen, oder auch in den Landesfarben, vor. Angeblich durften die Landesfarben der Landesteile in beiden Landesteilen bis 1918 ganz legal zusätzlich zu Weiß und Rot verwendet werden.

Quelle: Österreichisch-Ungarische Wappenrolle, Flags of the World, Volker Preuß

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Wappen


Wappen blazon coat of arms Gefürstete Grafschaft Princely County Görz Gorica Gorìzia Gurize Gradisca Görz und Gradisca Goerz und Gradisca Goerz et Gradisca Gradis Gradisch
Wappenschild von Görz und Gradisca,
Quelle, nach: Flags of the World


Wappen blazon coat of arms Gefürstete Grafschaft Princely County Görz Gorica Gorìzia Gurize Gradisca Görz und Gradisca Goerz und Gradisca Goerz et Gradisca Gradis Gradisch
ca.1890–1918,
Wappen der Gefürsteten Grafschaft Görz und Gradisca,
Quelle, nach: Ströhl, Wappenrolle Österreich-Ungarns, 1890, via Wikipedia (D)


Wappen blazon coat of arms Gefürstete Grafschaft Princely County Görz Gorica Gorìzia Gurize Gradisca Görz und Gradisca Goerz und Gradisca Goerz et Gradisca Gradis Gradisch
Wappenschild der Grafschaft Görz,
Quelle, nach: Wikipedia (D)


Wappen blazon coat of arms Gefürstete Grafschaft Princely County Görz Gorica Gorìzia Gurize Gradisca Görz und Gradisca Goerz und Gradisca Goerz et Gradisca Gradis Gradisch
Wappenschild von Gradisca,
Quelle, nach: Österreichisch-Ungarische Wappenrolle

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Bedeutung/Ursprung des Wappens

Das Wappen der "Gefürsteten Grafschaft Görz und Gradisca" zeigt einen gespaltenen Schild, vorn das Wappen von Görz, vorne geschrägt, oben in Blau ein golden gekrönter ebensolcher Löwe, unten fünfmal von Silber und Rot gegengeschrägt, hinten das Wappen von Gradisca, ein silbernes Ankerkreuz in einem Gold über Blau geteilten Feld. Der Schild trägt einen Fürstenhut. Das Wappen von Görz geht auf das Haus der Meinhardiner zurück. Sie werden auch "Görzer" genannt. Der österreichische Heraldiker Hugo Gerard Ströhl hat das Wappen um 1890, in seiner letzten bekannten Ausführung, mit landestypischen Früchten umgeben, welche die Bedeutung des Landes als Landwirtschafts- Obstbauregion hervorheben sollten. Man erkennt Mais, Granatäpfel, Wein und Kirschen.

Quelle: Österreichisch-Ungarische Wappenrolle, Wikipedia (D), Volker Preuß

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Landkarte der Kronländer des Küstenlandes

Karte ca. 1910:
Landkarte map Kronländer Küstenland crown lands Austrian-Illiric Littoral
Quelle: Volker Preuß

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frühere Kronländer Österreich-Ungarns (bis 1918)

Karte ca. 1910:
interaktive Landkarte – interactive Map
Quelle: Volker Preuß

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Zahlen und Fakten

Fläche: 2.918 km² (1900)

Einwohner: 232.900 (1900), davon 60% Slowenen, 34% Italiener, 2% Deutsche

Bevölkerungsdichte: 80 Ew./km² (1900)

Hauptstadt: Görz (heutiger ital. Name: Gorìzia), 21 000 Ew. (1880), 34.336 Ew. (2018)

Sprachen (1900): Slowenisch, Italienisch, Deutsch

Zeitzone: MEZ

Quelle: Wikipedia (D)

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Geschichte

ca. 80 v.Chr. · die Eroberung der Region durch das Römische Reich ist abgeschlossen, zur Provinz Italia

395 · bei der Teilung des Römischen Reiches kommt die Region an das Weströmische Reich

476–489 · die Region gehört zum Reich des Odoaker

489–553 · die Region gehört zum Reich der Ostgoten

6. Jhd. · Besiedlung durch Slawische Stämme

ca. 800 · die Region wird durch das Frankenreich der Karolinger unterworfen, und kommt zur neu gegründeten "Markgrafschaft Friaul"

9.Jhd. · die Markgrafschaft Friaul kommt zur neu gegründeten Markgrafschaft Verona

952 · die Markgrafschaft Verona kommt zu Bayern

976 · die Markgrafschaft Verona kommt zum Herzogtum Kärnten

10./11. Jhd. · die Region kommt unter den Einfluss der Patriarchen von Aquileia

12. Jhd. · die Grafschaft Görz macht sich unter den Grafen von Görz vom Patriarchat von Aquileia unabhängig

1286 · das Haus Görz erwirbt das Herzogtum Krain

1335 · Aussterben des Hauses Görz (jüngere Linie) in Kärnten

1363 · Aussterben des Hauses Görz (jüngere Linie) in Tirol

1500 · Aussterben auch der älteren Linie des Hauses Görz, die Grafschaft Görz kommt als Erbschaft an das Haus Habsburg, es kommt zu Streitigkeiten mit Venedig, das Gradisca für sich beansprucht

1516 · Frieden von Brüssel, Venedig tritt Gradisca an das Haus Habsburg ab

1647 · Kaiser Ferdinand III. trennt Gradisca von der Grafschaft Görz ab und gibt sie gegen Entgelt als Gefürstete Grafschaft Gradisca (Deutsch: Gradis oder Gradisch) dem Haus Eggenberg zum Lehen

1717 · die Eggenberger sterben aus, das Lehen erlischt und wird eingezogen, Görz und Gradisca werden zur Gefürsteten Grafschaft Görz und Gradisca vereint

1797–1809 · Französische Revolutionskriege: ein Teil Österreichs (Steiermark) wird 1797 von den Franzosen besetzt

1809 · Friede von Wien, Österreich verliert Salzburg, das Innviertel, Westgalizien und Teile von Ostgalizien und tritt Istrien, Triest, Görz, Krain, Kärnten, Kroatien, und Dalmatien an Frankreich ab, die 1810 zu den französischen "Illyrischen Provinzen" zusammengefasst werden

1813 · Österreich erklärt Frankreich (Napoléon) den Krieg

1814/1815 · Wiener Kongress, Neuordnung Europas nach der Ära Napoléon, das Kaiserreich Österreich (Haus Habsburg) erhält die 1809 verlorenen Gebiete zurück; Istrien, Triest, Görz, Kärnten und Krain werden zum Habsburgischen Königreich Illyrien zusammengefasst, Dalmatien und Kroatien werden wieder an Ungarn (unter den Habsburgern, Teil des Kaiserreichs Österreich) angeschlossen

1848/1849 · Revolution in Wien, Bürgerkrieg zwischen Ungarn und Kroaten, Aufstände in Prag, Mailand und Venedig, daraufhin dankt Kaiser Ferdinand I. ab und Franz Joseph I. von Habsburg wird neuer Kaiser, die Aufstände werden niedergeschlagen und er erlässt eine neue Verfassung: die Titular-Erblande der Habsburger im Kaiserreich Österreich werden zu Kronländern mit eigenen Landtagen umgewandelt, der dalmatische Landtag lehnt den Anschluss an Kroatien ab, das Königreich Dalmatien wird ein eigenes Kronland der österreichischen Krone, Kroatien und Slawonien werden zum "Königreich Kroatien und Slawonien" vereinigt, das als Nebenland bei der ungarischen Krone verbleibt, Auflösung des Königreichs Illyrien: Aufteilung in die Kronländer Krain, Kärnten, Küstenland, Kroatien und Slawonien und Dalmatien

1861 · neue österreichische Verfassung, die drei Bestandteile des Küstenlandes, Markgrafschaft Istrien, Gefürstete Grafschaft Görz und Gradisca, Reichsunmittelbare Stadt Triest mit ihrem Gebiet werden eigene Kronländer mit eigenen Parlamenten, allerdings unter einem gemeinsamen Statthalter, dem Landeschef des Österreichisch-Illirischen Küstenlands mit Sitz in Triest

1914–1918 · Erster Weltkrieg, danach Zusammenbruch der Kaiserlich-Königlichen Monarchie, Zerfall von Österreich-Ungarn in Nationalstaaten

10.09.1919 · Friedensvertrag von Saint-Germain nach dem Ersten Weltkrieg, Österreich muss Görz und Gradisca an Italien abgetreten, als "Provincia di Gorìzia" Italien angeschlossen

1945 · Eroberung und Besetzung der Region durch jugoslawische Partisanen gegen Ende des zweiten Weltkriegs, Vertreibung und teilweise auch Ermordung des größten Teils der im Lande verbliebenen deutschen Zivilbevölkerung

1947 · in Folge des 2. Weltkrieges muss Italien ca. 85% des Territoriums der "Provincia di Gorìzia" an Jugoslawien (heute Slowenien) abtreten, Teilung der Stadt Görz

Quelle: Atlas zur Geschichte, Wikipedia (D), RetroLib Retrobibliothek, Discovery '97, Volker Preuß

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historische Landkarten

ca. 1526
ca. 1526

1849
1849

1880
1880

1921
1921

1950
1950

2005
2005

Landkarte: Volker Preuß

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Ursprung des Landesnamens

Der Name der Stadt Görz, der Sitz der Grafen von Görz aus dem Hause der Meinhardiner, geht auf das slawische Wort "gorica" zurück, was "kleiner Hügel" bedeutet. Görz wird italienisch "Gorizia" genannt, slowenisch "Gorica" furlanisch "Gurize" und auf Englisch "Gorz, Goerz oder Gorizia". Der Name der Stadt Gradisca, geht auf das slawische Wort "gradec" zurück, was "kleine Burg" bedeutet. Der italienische Name der Stadt, "Gradisca", lautet auf Deutsch "Gradis / Gradisch", genannt auf Slowenisch "Gradišče", auf Furlanisch "Gardiscja / Gardiscje" und auf Englisch ebenfalls "Gradisca".

Was ist eine Gefürstete Grafschaft? Eine Grafschaft wird von einem Grafen regiert. Ein Graf untersteht normalerweise einem höheren Adeligen, z.B. einem Herzog - die Grafschaft ist somit Teil eines Herzogtums. Ein Herzog gehört, im Gegensatz zum Grafen, als Reichsfürst zum Hochadel, untersteht dem Kaiser direkt und hat Zutritt zum den Kaiser beratenden Reichsfürstenrat. Der Kaiser konnte jedoch einen Grafen in den Stand eines Reichsfürsten erheben, ohne das er einen neuen, höheren Titel bekam. Er hatte Zutritt zum Reichsfürstenrat und wurde "gefürsteter Graf" oder "Reichsgraf" genannt.

Quelle: Handbuch der geographischen Namen, Wikipedia (D), Volker Preuß

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weitere Seiten zu Österreich (historische Flaggen und Wappen):

Reich der Österreichischen Habsburger (bis 1804)

Kaiserreich Österreich (1804–1867)

Österreich-Ungarn (1867–1918)

Republik Österreich (seit 1918)


 

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